Ein Robo Advisor für Kinder ist eine grundsätzlich gute Idee, denn nicht einmal ausgefuchste Börsenprofis können wirtschaftliche Entwicklungen mit all ihren Risiken und Chancen auch nur halbwegs sicher voraussagen. Da jedoch Kinder nicht geschäftsfähig sind, muss ein solcher Robo Advisor für Kinder von den Eltern aktiviert werden. Was es sonst noch Wichtiges über Robo Advisor für Kinder zu berichten gibt, kann den nachfolgenden Zeilen entnommen werden. 

Was ist überhaupt ein Robo Advisor?
  

Ein Robo Adviser ist ein auf Algorithmen basierender digitaler Berater, der für den Anleger das Geld anlegen und Traden erledigt. Nach ein paar Grundeinstellungen wie beispielsweise Risikobereitschaft oder präferierte Branchen führt der Robo-Advisor den Handel entweder vollkommen selbständig durch oder er erteilt Empfehlungen, welche Wertpapiere der Anleger besser halten, kaufen oder abstoßen sollte.

Sind Robo Advisor für Kinder geeignet?

Robo Advisor für Kinder können durchaus hilfreich sein. Sie verhindern, dass die Kontoberechtigten (also die Eltern) unüberlegte und allzu riskante Investment-Entscheidungen im Namen ihres Kindes treffen.  Daher erweist sich ein Robo Advisor für Kinder insbesondere bei der Ersteinrichtung von Sparplänen als überaus sinnvoll.

Auch wer bereits auf den Namen seines Kindes ein Junior Depot eröffnet hat und dort ETFs oder Einzelaktien bespart, könnte Robo Advisors als weitere Diversifizierung in Betracht ziehen.

Der große Vorteil eines Robo-Advisors besteht nämlich darin, dass er sich von vollmundigen Renditeversprechen nicht blenden lässt, stattdessen basieren seine Ratschläge und Entscheidungen ausschließlich auf belegbaren Zahlen und Fakten.

Das ist insbesondere für Anleger hilfreich, die sich noch nicht allzu sehr mit den Feinheiten der Finanzmärkte vertraut gemacht haben. Umso mehr gilt dies, wenn es sich nicht um eigenes Geld, sondern um die Einlagen eines Kinderkontos handelt, die ja schließlich auch dem Kind gehören. 

Robo Advisor fuer Kinder

Anbieter die einen Robo Advisor für Kinder anbieten

Ein Robo Advisor für Kinder verwaltet dessen Vermögen vollautomatisch, und das auf eine sehr einfache Weise. Das Kind – respektive die Erziehungsberechtigten – teilen dem Roboter zunächst ihre Präferenzen – vor allem hinsichtlich ihrer Risikobereitschaft –  mit. Auf Basis dieser Informationen stellt der Advisor ein passendes Anlagepaket zusammen und verwaltet es dann vollautomatisch, also ohne dass der Anleger eingreifen muss. 

Jeder der nachfolgend genannten Anbieter bietet die Möglichkeit ein Konto für Kinder zu eröffnen. Somit sind die Robo Advisor für Kinder ebenfalls invertierbar. Finanzdienstleister, die in Deutschland einen Robo Advisor betreiben werden übrigens von der BaFin genehmigt und überwacht. Man kann ihnen also durchaus vertrauen.

Ginmon: Der Robo Advisor von Ginmon hat sich auf in Deutschland zugelassene ETF spezialisiert. Aus diesen stellt er einen individuellen ETF-Sparplan zusammen, der bis zu 6,7 Prozent Rendite jährlich erwirtschaftet. Zwar erfolgt dadurch das Traden vollautomatisiert, der Anleger kann aber den Sparplan jederzeit zusätzlich besparen, pausieren, ändern oder sich auszahlen lassen.  ANGEBOTE ANSEHEN 

Evergreen:  Der kostenfreie Robo Advisor von Evergreen misstraut ETF und setzt stattdessen auf eine nachhaltige Anlagestrategie. Statt Aktien oder Anleihen betreibt der Robo Avisor daher eine nachhaltige Diversikation. Dies bedeutet, das vom Robo empfohlene Anlagepaket besteht aus einer Auswahl von über 5.000 globalen Wertpapieren, die allesamt den nachhaltigen ESG-Nachhaltigkeitskriterien (Umwelt, Soziales & verantwortungsvolle Unternehmensführung)  entsprechen.  ANGEBOTE ANSEHEN

Quirion: Der Quirion Robo Advisor ging bereits bei zwei von der Stiftung Warentest durchgeführten Robo Advisor-Vergleichen als Testsieger vom Platz.  (Ausgaben 8/2018 und 7/2021). Ausschlaggebend für die sehr gute Bewertung war nicht die erzielte Rendite – denn die könnte auch zufällig oder einmalig sein. Wertungsrelevant war vielmehr, wie sinnvoll die Portfoliovorschläge des Advisors waren.  ANGEBOTE ANSEHEN

Bevestor: Bevestor gehört zur Dekabank und die wiederum zur Sparkasse. Ihr Robo Advisor heißt Anlageassistent. Der führt zur Bestimmung des Anlegertyps eine kurze Befragung mit Neukunden durch, und das noch vor deren Anmeldung. Auf dieser Basis errechnet er einen individuellen Portfolio-Vorschlag, den der Anleger auch sofort einsehen kann. Nun könnte er direkt Online ein Depot eröffnen und das  gespeicherte Portfolio direkt erwerben – oder erst mal nur beobachten wie es sich entwickelt. ANGEBOTE ANSEHEN

Fidelity: Fidelity bietet gleich zwei Robo Advisors an, eine für niedrige und einen für höhere Anlagebeträge. Allerdings schneidet keiner der beiden  bei Vergleichstests sonderlich gut ab. Insbesondere sind vielen Testern die Gebühren zu hoch, zudem entspricht die automatisierte Zusammenstellung der Portfolios nicht immer den Vorgaben des Anlegers. Last but not least ist auch noch die Datenschutzerklärung von Fidelity mängelbehaftet. ANGEBOTE ANSEHEN

Visualvest: Die erste Frage des Robo Advisors ist, ob man Geld für sich selbst oder für sein maximal 16-jähriges Kind anlegen möchte. Er berücksichtigt also die Besonderheiten kindgerechter Kapitalanlagen.  Nach einigen Fragen zur präferierten Anlagestrategie präsentiert der Robo Advisor vier Vorschläge mit jeweils unterschiedlichem Risikofaktor. Positiv ist, dass zu all den Vorschlägen auch nachhaltige Alternativen genannt werden.   ANGEBOTE ANSEHEN

OSKAR: Bereits die Website der gleichnamigen digitalen Vermögensverwaltung ist kindgerecht gestaltet. Wohl aus diesem Grund heißt auch ihr Robo Advisor Oskar.  Die von ihm zusammengestellten Sparpläne richten sich explizit an die ganze Familie, also an:  “Kinder und Erwachsene”. Die Hälfte der in weltweiten Wachstumsmärkten investierenden ETF-Sparpläne von Oskar ist bereits jetzt nachhaltig, und dies mit stark steigender Tendenz. ANGEBOTE ANSEHEN

Den richtigen Robo Advisor wählen: So geht’s

Die allermeisten Finanzdienstleister haben inzwischen einen eigenen Robo Advisor. Diese unterscheiden sich teils gravierend, und dies sowohl hinsichtlich ihrer Kosten als auch was die Anzahl und Qualität der Fragen und das auf den Antworten basierende, empfohlene Portfolio betrifft.

Das Gute daran: die meisten Robo Advisors kann man anonym testen, also ohne vorherige Anmeldung oder Registrierung. Dieser Umstand führt auch zum nachfolgend erstgenannten Tipp:   

  1. Es ist sinnvoll, mehrere Robo-Advisor zu testen und die Ergebnisse zu vergleichen
  2. Ein guter Robo-Advisor für Kinder empfiehlt eine defensive Anlagestrategie 
  3. Die Gebühren können sich je nach Anbieter stark unterscheiden
  4. Überprüfen, ob der Robo Advisor gebührenlastige Transaktionen bevorzugt
  5. Die Stiftung Warentest hat in der Ausgabe 7/2021 25 Robot-Advisors getestet  

Normaler ETF Sparplan, Fondssparplan oder Robo Advisor besser?

Welche dieser drei Anlagestrategien die beste ist, hängt von den Präferenzen des Anlegers ab. Wer bereits ein klein wenig Ahnung von Investments besitzt, sich aber nicht großartig mit Anlageprodukten beschäftigen möchte, für den ist ein Robo Advisor ideal.

Wer mit seiner Geldanlage nicht viel riskieren möchte, sollte in einen großen und global gehandelten ETF Sparplan investieren.  Wer dagegen meint, ein klein wenig mehr an Rendite und Risiko  als bei ETF dürfe es ruhig sein, kann es ja mal mit einem Fondssparplan versuchen. Die gibt es in jeder Risikoklasse von sehr sicher bis hochriskant.

  ETF Sparplan Fondssparplan Robo Advisor
Geeignet für
  • Kinder
  • Defensive Trader
  • Risikobewusste
  • Erfahrene Trader
  • Altersvorsorge
  • Kinder (je nach Fonds)
  • Anleger mit wenig Zeit
  • Unerfahrene Anleger  
  • Kinderkonten
Vorteile
  • Niedrige Gebühren 
  • Gute Verzinsung
  • Idealer Kinder-Sparplan
  • Ideal für den Vermögensaufbau 
  • Gut als Sparplan geeignet
  • Bessere Rendite als ETF möglich
  • Für Einsteiger sehr hilfreich
  • Oftmals gebührenfrei
  • Auch für Laien verständlich
Nachteile
  • Kontrahentenrisiko
  • Viele ETF sind nicht breit gestreut
  • Kursschwankungen bei Aktien-ETF
  • Kontrahentenrisiko
  • Kurs- und Währungsrisiken
  • Relativ hohe Gebühren möglich
  • Manchmal gebührenpflichtig
  • Mängel im empfohlenen Portfolio möglich 
  • Oftmals Mängel in der Datenschutzerklärung

Wo findet man Erfahrungen von Eltern?

Wer in einer Suchmaschine die Begriffe “Kinderkonto”, “Erfahrungen” und “Forum” eingibt, erhält eine endlos lange Link-Liste. Diese führen zu unzähligen deutschsprachigen Foren, in denen Eltern von ihren diesbezüglichen Erfahrungen  berichten.

Allerdings sollte man nicht vergessen, dass hinter den allermeisten dieser  Sites kommerzielle Interessen stecken. Dies gilt insbesondere für Websites, die von Banken oder oftmals nur selbsternannten Finanzexperten betrieben werden.

Mit der Objektivität und/oder dem Fachwissen ist es bei den meisten dieser Sites eher schlecht bestellt. Weitaus sinnvoller sind neutrale und allgemeine Ratgeber-Sites für Eltern, insbesondere wenn sie von privater Seite betrieben werden oder wenn die Seitenbetreiber keine Geldanlagengeschäfte betreiben.

Gut sind beispielsweise die Websites seriöser Eltern-Zeitschriften oder von erwiesener Maßen unabhängigen Finanzexperten wie der Verbraucherzentrale oder der Stiftung Warentest. 

Robo Advisor Testsieger

Wer wurde Robo Advisor Testsieger der Stiftung Warentest (Finanztest)?

In ihrer Ausgabe 7/2021 hat das Test-Magazin der Stiftung Warentest die Leistungen von 25 Robo Advisors miteinander verglichen. Die Robo Advisors mussten Empfehlungen für zwei Musterportfolios, eines für 40.000 Euro und eines für 100.000 Euro geben. Testsieger wurde Quirion mit der Note 1,6  beim 40.000 Euro-Depot und Growney mit der Note 1,3 in der Kategorie 100.000 Euro-Depot.


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